Pressemitteilung – Bündnis 90/Die Grünen – Stadtverband Hungen
Rund 50 Teilnehmende erkunden bei Biberwanderung entlang der Horloff die Bedeutung von Klima-, Arten- und Naturschutz

Hungen, 03.03.2026
Bei schönstem Frühlingswetter fand am vergangenen Sonntag eine sehr gut besuchte Biberwanderung des Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen in Hungen statt. Rund 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Veranstaltung teil, die eindrucksvoll verdeutlichte, wie wichtig konsequenter Klima-, Arten- und Naturschutz für unsere Region ist – und dass die Grünen diese Themen künftig als klare Schwerpunkte in der Stadtverordnetenversammlung Hungen setzen werden.
Treffpunkt war der Kindergarten am Mühlgraben. Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Wolfgang Macht und Frank Bernshausen. Von dort führte die Wanderung entlang der Horloff nördlich der Ortslage Hungen in Richtung Villingen (Hungen).
Im Mittelpunkt der Führung stand die beeindruckende Rückkehr des Bibers in viele Flussläufe in Hessen. Frank Bernshausen erläuterte anschaulich die Geschichte der Wiederbesiedlung und machte deutlich, wie sehr der Biber zur ökologischen Aufwertung unserer Gewässer beiträgt. Die Horloff hatte sich infolge früherer Bachbegradigungen tief in ihr Flussbett eingegraben. Durch die Bautätigkeit des Bibers entstehen heute wieder naturnahe Strukturen – eine „kostenlose Renaturierung durch den Biber“.
Gleichzeitig wurde aufgezeigt, dass die vom Biber geschaffenen Dämme in den Auenbereichen der Horloff zu einer deutlichen Erhöhung der Biodiversität beitragen und darüber hinaus eine wichtige Funktion für den Hochwasserschutz erfüllen. Dies wurde beim Hochwasser 2021 im Bereich des „Großen Paradieses“ nördlich der Kernstadt eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Entlang der Route konnten mehrere Biberdämme direkt besichtigt werden.
Dabei wurde auch betont, dass es in Siedlungsnähe oder zum Schutz des Wasserwerk Inheiden in enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden notwendig sein kann, Biber an geeignetere Standorte umzusiedeln und betroffene Landwirte fair zu entschädigen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Wanderung war der geplante Hochwasserschutzdamm zwischen Hungen und Villingen. Am vorgesehenen Standort stellte Frank Bernshausen die aktuellen Planungen vor. Vorgesehen ist derzeit ein rund fünf Meter hohes Bauwerk, das große Wassermengen in Richtung Villingen zurückhalten soll, ohne die Ortslage zu tangieren. Deutlich wurde dabei, wie wichtig eine frühzeitige und transparente Kommunikation zwischen der Stadt und den betroffenen Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern ist. Nach Angaben der Verantwortlichen ist eine Verständigung möglich, wenn die Interessen der Eigentümer angemessen berücksichtigt werden.
Aus Sicht der Grünen ist der geplante Damm ein dringend notwendiger Baustein zum Schutz der Kernstadt und des Seegebiets vor den zunehmenden Gefahren durch Starkregenereignisse. Gleichzeitig leistet Wasserrückhaltung einen wichtigen Beitrag zur Neubildung von Grundwasser. Klar wurde jedoch auch, dass weitere Schutzmaßnahmen oberhalb von Villingen sowie in Richtung Langsdorf (Lich) erforderlich sind, da auch aus dem Bereich des Rots- beziehungsweise Froschgrabens ein relevantes Hochwasserrisiko besteht.
Der Rückweg führte über die Schwedenbrücke Hungen entlang eines besonders naturnahen und ökologisch sehr intakten Abschnitts der Horloff.
Alle Teilnehmenden zeigten sich am Ende begeistert von der informativen und spannenden Veranstaltung. Der Stadtverband von Bündnis 90/Die Grünen sieht sich durch das große Interesse bestärkt: Der Schutz von Klima, Artenvielfalt und natürlichen Lebensräumen wird in der kommunalpolitischen Arbeit der Grünen in Hungen künftig noch stärker in den Mittelpunkt rücken.

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