Wahlprogramm Kommunalwahl 2026


Wir Hungener GRÜNEN setzen uns dafür ein, dass Hungen für alle Generationen lebenswert ist und alle Bürgerinnen und Bürger bei der Gestaltung unserer Stadt Gehör finden. Gerade im Rahmen von Bebauungs- oder Verkehrsplanungen sowie bei Entscheidungen über die Infrastruktur ist es wichtig, mögliche Auswirkungen auf Kinder, Jugendliche, Familien, ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen frühzeitig zu berücksichtigen. Besonders wichtig ist uns dabei die Vernetzung aller beteiligten Akteur:innen sowie die Einbindung fachlicher Expertise.


Wir Hungener GRÜNE setzen wir uns dafür ein, dass jedes Kind die bestmöglichen Chancen erhält, sich zu entfalten und seine individuellen Potenziale zu entwickeln. Wir wollen eine kinderfreundliche Kommune gestalten, in der Familien gestärkt sowie Kinder geschützt und gefördert werden.

In der Vergangenheit wurde mit Unterstützung von uns GRÜNEN bspw. das Hungener Lokale Bündnis für Familie initiiert, welches durch das Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger zu einem großen Erfolg wurde. Dieses Bündnis samt seiner zahlreichen Einzelprojekte soll auch in Zukunft weiter gefördert werden und zu einer familienfreundlichen Kommune beitragen.

Für viele Eltern ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nach wie vor eine zentrale Herausforderung. Die Hungener GRÜNEN wollen Maßnahmen fördern, die die Rahmenbedingungen schaffen, damit Eltern Beruf und Familienleben besser in Einklang bringen können.

Mit Blick auf Infrastrukturmaßnahmen gilt es, im Ortskern familien- und mehrgenerationenfreundliche Orte – wie bspw. ein neu gestalteter Bürgerpark – mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen. Die Attraktivität des Hungener Freibades gilt es unbedingt weiter zu erhalten. Darüber hinaus sollen neue Spielplätze von Beginn an barrierefrei geplant werden, um Kindern sowie Angehörigen mit Beeinträchtigungen einen gleichberechtigten Zugang zu ermöglichen.


Bildung verstehen wir als entscheidende Grundlage für Chancengerechtigkeit und zentralen Standortfaktor für Hungen. Insbesondere eine gute frühkindliche Bildung und Betreuung ist der Schlüssel für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Entsprechend setzen sich die Hungener GRÜNEN für den Erhalt und Ausbau des Angebots an Kindertagespflegeplätzen sowie die Verbesserung und Weiterentwicklung der Betreuungsqualität in den Kitas ein. Dazu gehören neben der Einrichtung von weiteren Naturkindergärten auch die Inklusion von Kindern mit Beeinträchtigungen, die aktive Förderung der Deutschkenntnisse von Kindern mit Migrationshintergrund und die Etablierung gesunder Ernährungs- und Bewegungsangebote.

Auch als Schulstandort soll Hungen stetig weiterentwickelt werden. An den Schulen setzen wir uns für die moderne (digitale) Ausstattung der Ganztagsbetreuung in nachhaltigen Schulgebäuden ein. Gleiches gilt für die Erhaltung und Modernisierung der alten Schulsporthalle an der Gesamtschule Hungen. Zudem unterstützen wir die Einrichtung von Schulgärten, die den Schüler:innen Naturerfahrungen ermöglichen und als besonderen Lernort für Umweltbildung zur Verfügung stehen.

Die Hungener GRÜNEN setzen sich für den Ausbau barrierefreier Bildungsangebote für Ältere als Beitrag zu Teilhabe und lebenslangem Lernen ein. Ziel ist es, das Angebot vor Ort – in enger Zusammenarbeit mit der Volkshochschule des Landkreises und lokalen Vereinen – auszubauen und qualitativ weiterzuentwickeln.


Wir Hungener GRÜNEN versteht die Beteiligung von Jugendlichen als Zukunftssicherung. Nur wenn wir allen Generationen eine Stimme geben, können wir Hungen für alle Generationen lebenswert gestalten. Bei geeigneten Projekten sollen Jugendliche gezielt angesprochen und in Entscheidungen mit eingebunden werden. Perspektivisch streben wir verbindliche Jugendbeteiligungsstrukturen an.

Wir befürworten zudem die Einrichtung bzw. Erhaltung von Jugendräumen in allen Stadtteilen und eine verbesserte finanzielle Ausstattung sowie Absicherung der Jugendpfleger:innen. Durch unser Engagement konnte eine zusätzliche Honorarkraft im Jugendbereich gewonnen werden, die die Arbeit der Jugendpflegerin nachhaltig stärkt.

Zudem stellen wir Hungener GRÜNEN eine der von der Stadtverordnetenversammlung bestimmten Jugendbeauftragten. Diese setzt sich im Rahmen des von uns mitinitiierten Runden Tisches „Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Hungen“ für die Belange junger Menschen ein.


Die demografische Entwicklung stellt unsere Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Wir Hungener GRÜNE setzen uns dafür ein, dass ältere Menschen aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und so lange wie möglich selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Voraussetzung dafür sind gute Rahmenbedingungen in den Bereichen Wohnen, Mobilität, Versorgung und soziale Teilhabe.

Ein zentraler Baustein ist der Ausbau altersgerechter Wohnangebote. Hungen braucht mehr barrierefreie und bezahlbare Wohnungen sowie zusätzliche Einrichtungen für betreutes Wohnen, die ein selbstständiges Leben ermöglichen und bei Bedarf Unterstützung bieten. Ebenso wichtig ist eine gute wohnortnahe Versorgung: Die Stadt soll sich aktiv um die Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten in den Ortsteilen kümmern und bestehende Angebote besser koordinieren. Diese sollen übersichtlich in einem Flyer sowie digital auf der Internetseite der Stadt vorgestellt und beworben werden.

Ein weiteres Anliegen ist die bessere Unterstützung von Angehörigen und Betroffenen bei Pflegebedürftigkeit oder besonderen Unterstützungsbedarfen. In der Stadtverwaltung sollen zentrale Kontaktpersonen oder Anlaufstellen im Bürgerbüro benannt werden, die bei Fragen zu Pflege, Betreuung oder kurzfristigen Hilfen kompetent und zeitnah weiterhelfen. Darüber hinaus setzen wir uns für ein umfassendes, gut vernetztes Pflegeangebot ein – insbesondere für den Ausbau von Tagespflege- und Kurzzeitpflegeplätzen, um pflegende Angehörige zu entlasten.

Wir unterstützen den Seniorenbeirat in seiner wichtigen Arbeit und setzen uns für ein vielfältiges Kultur- und Freizeitangebot für ältere Menschen ein. Ebenso fördern wir Projekte, die den Austausch zwischen Jung und Alt stärken und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Hungen nachhaltig fördern.


Eine gute medizinische Versorgung ist ein zentraler Baustein der Lebensqualität in Hungen. Um die bestehende Versorgung zu sichern und weiter zu verbessern, setzen wir uns dafür ein, sowohl Allgemeinmediziner:innen als auch Fachärzt:innen für unsere Stadt zu gewinnen. Dafür wollen wir aktiv auf die Kassenärztliche Vereinigung sowie potenzielle Ärzt:innen zugehen und bei Bedarf geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Bei Niederlassungsverfahren muss zudem der geplante Siedlungszuwachs in Hungen angemessen berücksichtigt werden.

Gesundheit denken wir präventiv und ganzheitlich. Deshalb setzen wir uns für eine umfassende Gesundheitsförderung in allen Lebensphasen ein. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Vernetzung aller relevanten Akteur:innen, denn wir sind überzeugt: Gesundheitsförderung gelingt nur gemeinsam.

Um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum langfristig sicherzustellen, unterstützen wir zudem innovative und niedrigschwellige Konzepte wie den Einsatz von Gemeindepfleger:innen auch für Hungen. Letzteres befindet sich auch dank der Unterstützung der Hungener GRÜNEN bereits in der Antragsphase.


In Hungen tragen zahlreiche Freiwillige maßgeblich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei, sei es in den zahlreichen Vereinen, im Rahmen der Flüchtlingshilfe oder der zahlreichen Veranstaltungen. Dieses Engagement verdient Wertschätzung, verlässliche Unterstützung und gute Rahmenbedingungen.

Wir Hungener GRÜNEN setzen uns dafür ein, die vielfältige Vereinslandschaft in Hungen zu stärken und ehrenamtliche Arbeit sichtbar zu machen. Die Förderung besonderer Jugendprojekte, wie sie in den Richtlinien der Stadt Hungen zur Vereinsförderung verankert ist, soll weiter bestehen bleiben. Wir setzen uns ausdrücklich für ihren Erhalt und eine auskömmliche Finanzierung ein, denn Jugendprojekte leisten einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen unserer Gemeinde.


Hungen wird aufgrund seiner guten Verkehrsanbindungen an die Oberzentren Gießen und Wetzlar sowie in an das Rhein-Main-Gebiet ein attraktiver Wohnstandort bleiben. Gefragt ist daher eine vorausschauende und aktive Stadtpolitik, die vorhandene Potenziale für die Schaffung neuen Wohneigentums sowie für ein weiteres Angebot an erschwinglichen Mietwohnungen nutzt.

Zum Schutz wertvoller Ackerböden und intakter Natur sowie zur Vermeidung hoher Infrastrukturkosten sollte die Errichtung von zusätzlichem Wohnraum im Bestand Vorrang erhalten. Hierfür sind die klassischen Instrumente der Stadtentwicklung zu nutzen, etwa die Beteiligung an Stadtumbau- und Dorferneuerungsprogrammen oder eine kluge Bauleitplanung. Auch ein aktives städtisches Quartiersmanagement, welches die Vorhaben der Eigentümer:innen unterstützt und begleitet, kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Um den Auswirkungen des Klimawandels – wie trockenheißen Sommern oder Starkregenereignissen – entgegenzuwirken, braucht es sowohl im Siedlungsbestand als auch in neuen Wohngebieten deutlich mehr Stadtgrün, Entsiegelung sowie Regenwasserversickerung und -sammlung zur Bewässerung und Kühlung.

Schottergärten sind durch Vorgaben der Bauleitplanung bei der Ausweisung neuer Wohngebiete auszuschließen. Die Nutzung von Brauchwasser durch den Bau von Zisternen ist zumindest bei der Erweiterung des Wohnungsbestands verbindlich vorzugeben.

Der Bestand an Sozialwohnungen ist bedarfsgerecht auszubauen. Bei der Suche nach neuen Standorten für günstigen Wohnraum muss die Stadt konsequent von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen.


Wir Hungener GRÜNEN befürworten sowohl die aktuellen Planungen zur Entwicklung des Gewerbeparks Hungen-Süd als auch die Beteiligung der Stadt Hungen an dem geplanten interkommunalen Gewerbegebiet Nidda-Harb in Nähe des Hungener Stadtgebiets.

Der geplante Flächenzuschnitt des Gewerbeparks Hungen-Süd zwischen Inheiden und Trais-Horloff mit einem Flächenumfang von 11 Hektar bietet gute Möglichkeiten zur Ansiedlung weiterer Unternehmen. Die aktuelle Konzeption reduziert das Hochwasserrisiko bei Starkregen und greift weniger stark in das Umfeld des Seegebiets Inheiden/Trais-Horloff sowie in die Inheidener Ortslage ein.

Im Rahmen der Bauleitplanung haben wir darauf hingewirkt, größere Logistikhallen auszuschließen. Deren Wertschöpfung für Hungen steht nach unserer Einschätzung in keinem Verhältnis zum Flächenverbrauch und dem damit verbundenen starken Zulieferverkehr.

Für den Gewerbepark Hungen-Süd erwarten wir ein eigenes Profil, das bestehenden Hungener Unternehmen die Möglichkeit zur Betriebserweiterung bietet. Gleichzeitig sollen Unternehmen im hochwertigen Technologiebereich aktiv beworben werden. Denkbar sind auch Geschäftsmodelle mit der Möglichkeit des Leasings von Gebäuden oder Gebäudeteilen für Firmengründer:innen und/oder kleinere Unternehmen – unter Ausschluss großflächiger Logistik.

Die relativ gute Erreichbarkeit des Rhein-Main-Gebiets, eine sehr gute Breitbandversorgung sowie die Nähe zu Forschungseinrichtungen wie den Universitäten in Gießen (JLU) und Marburg (UMR) und zur Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) bieten gute Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Entwicklung dieser Fläche. Hinzu kommen hervorragende Bedingungen für Unternehmer:innen und Arbeitnehmer:innen durch die hohe Wohnqualität, die Hungen u. a. mit der Nähe zum Seegebiet Inheiden/Trais-Horloff bietet.

Weiterhin unterstützen wir bestehende Unternehmen in Hungen bei ihrem Wunsch nach einer Entwicklung am eigenen Standort. Die freien Flächen neben dem Gleisfeld des Hungener Bahnhofs, die nicht für Park-and-Ride-Plätze vorgesehen sind, sollen von der Stadt aktiv für Unternehmen oder öffentliche Arbeitgeber im Verwaltungs- und Dienstleistungsbereich angeboten werden. Darüber hinaus setzen wir uns für eine aktive Unterstützung von Firmengründungen und Start-ups durch die Stadt bei der Suche nach geeigneten Gewerbeflächen ein. Sofern es die Ausschreibungsbedingungen zulassen, sollen Hungener Firmen und Handwerksbetriebe bei Aufträgen der Stadt bevorzugt berücksichtigt werden.


Neben der Klimakrise stellt der rasch zunehmende Verlust von Pflanzen- und Tierarten eine Bedrohung des menschlichen Lebens dar. Saubere Luft, eine ausreichende Menge an Trinkwasser sowie eine dauerhaft sichere Versorgung mit Lebensmitteln benötigen eine intakte Natur. Derzeitige Formen des Wirtschaftens verursachen nicht nur ökologische Schäden, sondern stellen auch eine große ökonomische Belastung dar. So verursachten allein die jährlichen Schäden der Naturzerstörung nach Angaben der TEEB Studie der Vereinten Nationen Kosten von 2 Billionen Euro.

Auch in Hungen treten belastende Folgen einer wenig naturangepassten Nutzung vieler Flächen auf, welche zu einer Verschärfung der Hochwasserproblematik, zu Bodenerosion und zur Verschmutzung des Trinkwassers sowie auch zum schnell fortschreitenden Verlust der natürlichen Artenvielfalt führen.

Mit Verabschiedung des kommunalen Agenda 21 Dokumentes wurden praktikable Lösungsvorschläge für ein zielgerichtetes Handeln auf lokaler Ebene erarbeitet. Diese können zudem eine sehr gut geeignete Grundlage für viele Maßnahmen der dringend gebotenen Klimaanpassung sein. Wesentliche Themen, für die sich die Hungener Grünen engagieren, sind:

Standortangepasste Lösungen wie die Renaturierung der Horloff und ihrer Nebengewässer sowie deren Auen. Auch das Wasserrückhaltevermögen der städtischen Waldflächen ist konsequent zu nutzen und zukünftig zu steigern. Teile des Hungener Stadtgebietes sind wiederkehrend durch Überschwemmungsereignisse stark betroffen. Dies ist auch hier im Wesentlichen eine Folge des naturfernen Ausbaus von Gewässern sowie der flächendeckenden Entwässerung großer Bereiche des Stadtgebietes. Zur Minimierung der Schäden solcher Ereignisse fordern wir den Ausbau eines wirkungsvollen und kostengünstigen Systems zum Hochwasserschutz, welches gleichzeitig der Regenerierung der schwindenden Grundwasservorräte entgegenwirkt. 

Wir setzen uns daher dafür ein, dass die Bewirtschaftung städtischer Flächen zukünftig unter der Prämisse standortangepasster und nachhaltig naturverträglicher Nutzungsweisen erfolgt. Durch intensive und auch in Teilen standortunangepasste landwirtschaftliche Nutzung kommt es zu Belastungen des Grund- und Oberflächenwassers sowie auch zur Schädigung der Fruchtbarkeit der Böden. Folgen dieses Tuns werden in der Regel nicht von den Verursachern getragen, sondern werden häufig über Gebühren auf die Allgemeinheit umgelegt.

Wir setzen uns für die Zertifizierung der Nutzung des Stadtwaldes nach den international anerkannten FSC-Kriterien ein. Dieses System stellt sicher, dass bei der Waldbewirtschaftung soziale und ökologische Aspekte nicht zu kurz kommen und vergrößert zudem die Absatzchancen des heimischen Holzes zu besseren Preisen auf nationalen und internationalen Märkten. Wälder haben eine herausragende Funktion als Speicher für Kohlendioxid und Wasser, als Lieferanten des nachwachsenden Rohstoffes Holz sowie bei naturverträglicher Nutzung als Schwerpunkt der natürlichen Artenvielfalt. Weiterhin dienen sie als überaus wichtiger Raum zur Erholung der Bevölkerung.

Wir stehen für eine forstlichen Nutzung, die sich nicht an der kurzfristigen Maximierung des Holzertrages orientiert, sondern alle anderen Funktionen intakter Wälder erhält. Dies ist essenziell, damit sich unser Stadtwald den Veränderungen infolge des Klimawandels anzupassen kann. Hierzu bedarf es einer naturverträglichen Bewirtschaftung und einer in der Baumartenwahl standortangepasste forstliche Nutzung.

Immer intensivere Formen der landwirtschaftlichen Nutzung führten auch in weiten Teilen des Stadtgebietes Hungens zu einem dramatischen Verlust der natürlichen Artenvielfalt. Wir unterstützen daher die Umsetzung eines Biotopverbundes auf Grundlage des städtischen Landschaftsplans in Zusammenarbeit mit den Naturschutzverbänden. Schwerpunkte dieses Biotopverbundes sind u. a. die vorhandenen Schutzgebiete, wertvolle Lebensräume wie Obst- und Magerwiesen sowie die Fließgewässer und deren Auen. Hierdurch besteht die Möglichkeit den Verlust der Biodiversität aufzuhalten und zudem die Grundlage eine noch attraktivere Erholungslandschaft zu etablieren

Seitens der Grünen wird die Wiedereinführung des Umwelttages gefordert. Wichtige und wesentliche Teile der Umweltarbeit in Hungen werden durch die ehrenamtlichen Leistungen der Mitglieder der Naturschutzverbände sowie auch der Obst- und Gartenbauvereine getragen. Ein herausragendes Beispiel für dieses Bürgerengagement war der im Wesentlichen von diesen Vereinen inhaltlich konzipierte städtische Umwelttag. Diese Veranstaltung war in ihrer Art im Landkreis Gießen einzigartig und hat zu einem positiven Image Hungens beigetragen. Hierzu bedarf es, diese Veranstaltung auch zukünftig wieder mit ausreichenden finanziellen und personellen Mitteln seitens der Stadt zu unterstützten.


Gute Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für Lebensqualität. Sie entscheidet darüber, ob Menschen selbstbestimmt zur Schule, zur Arbeit, zum Arzt, ins Ehrenamt oder zu sozialen Treffpunkten gelangen. Gerade Kommunen tragen dabei eine besondere Verantwortung: Sie sind die zentralen Akteure einer sozialen, klimafreundlichen und zukunftsfähigen Verkehrswende.

Wir Hungener GRÜNEN setzen uns für eine Mobilität ein, die zuverlässig, bezahlbar und für alle zugänglich ist – unabhängig vom Geldbeutel und vom Wohnort, in der Kernstadt ebenso wie in unseren Ortsteilen. Ein starker und bezahlbarer öffentlicher Nahverkehr bildet dafür das Rückgrat. Verlässliche Takte, gute Anschlüsse und innovative lokale Lösungen wie Rufbusse, On-Demand-Angebote oder Sharing-Modelle sollen den Alltag erleichtern und echte Alternativen zum eigenen Auto schaffen.

Die Reaktivierung der Horlofftalbahn, die wir für Dezember 2027 erwarten, ist hierfür ein zentraler Meilenstein. Mit schnellen, umsteigefreien Zugverbindungen nach Friedberg und Frankfurt wird Hungen als Wohn- und Arbeitsort deutlich attraktiver.

Parallel dazu wollen wir die Busverbindung Laubach – Hungen – Wölfersheim als leistungsfähige Zubringerlinie ausbauen, damit auch die Ortsteile Villingen, Nonnenroth, Trais-Horloff, Bellersheim, Obbornhofen und Utphe einen guten Bahnanschluss erhalten. Für die weiteren Ortsteile und Teile der Kernstadt soll ein Rufbussystem den Linienverkehr auch an den Wochenenden sinnvoll ergänzen.

Für uns gehört zur Mobilität der Zukunft auch Barrierefreiheit. Alle Bus- und Bahnhaltepunkte sollen barrierefrei ausgebaut werden. Zusätzliche Angebote wie Wartebänke an Haltestellen wollen wir prüfen, um insbesondere älteren Menschen den Alltag zu erleichtern.

Gleichzeitig braucht es sichere und attraktive Wege für den Rad- und Fußverkehr. Unser Ziel ist klar: Menschen haben Vorrang vor Autos. Auf allen Gemeindestraßen in Hungen und seinen Ortsteilen fordern wir Tempo 30. Auf innerörtlich geführten Bundes- und Landesstraßen müssen alle Möglichkeiten der Straßenverkehrsordnung konsequent genutzt werden. In den Kernlagen wollen wir grundsätzlich mehr Platz für Fußgänger:innen und Radfahrende schaffen.

Im Rahmen des Programms „Stadtumbau“ setzen wir uns insbesondere auf der Kaiserstraße und der Gießener Straße für wirksame Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung ein. Der Kreuzungsbereich am Bahnübergang in Hungen soll fahrrad- und fußgängerfreundlich gestaltet werden. Wir setzen uns für einen Kreisverkehr an der B 457 mit den Zufahrten nach Rodheim und Steinheim ein. Kurzfristig sind Querungshilfen für Radfahrende und zu Fuß Gehende am Rodheimer Graben/B 457 (mindestens Verkehrsspiegel) denkbar. Solche Lösungen erhöhen insbesondere auch die Sicherheit des Radverkehrs.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sicherheit von Kindern. An Kindertagesstätten und Schulen sollen die Anliegerstraßen als Spielstraßen mit Schrittgeschwindigkeit ausgewiesen werden. Gemeinsam mit Schulen und Schülervertretungen wollen wir für die Kernstadt ein Konzept „Sicherer Schulweg“ erarbeiten. Zusätzlich prüfen wir weitere Zebrastreifen an innerörtlichen Bundes- und Landesstraßen, etwa an der Nonnenröther Straße oder an der Feldheimer Straße.

Hungen ist bereits Teil attraktiver überregionaler und touristischer Radwege. Gleichzeitig fehlen vielerorts sichere und direkte Verbindungen zwischen den Ortsteilen und zur Kernstadt. Wir wollen diese Lücken schließen – unter anderem durch einen Radweg, der Langd, Rodheim/Rabertshausen und Steinheim an Hungen anbindet, sowie durch eine klare innerörtliche Führung und Ausschilderung der Radwege. Das Radwegekonzept des Landkreises bietet hierfür eine gute Grundlage. Ergänzend sprechen wir uns für ein kommunales Nahmobilitätskonzept für sichere und barrierefreie Rad- und Fußwege aus. Weiterhin setzen wir uns für die Einrichtung einer ehrenamtlichen Stelle eines Radverkehrsbeauftragten ein, um Planung, Umsetzung und Beschilderung dauerhaft voranzubringen.

Auch neue Wohngebiete müssen von Anfang an nachhaltig gedacht werden. Das Neubaugebiet Hungen West soll vorrangig über einen Kreisverkehr an der Gießener Straße erschlossen werden. Um den Stellplatzbedarf zu reduzieren, soll die Stadt einen Carsharing-Dienst organisieren und so eine flächensparende, zukunftsorientierte Mobilität ermöglichen. Dort, wo es nicht möglich ist, das Parken auf privaten Stellplätzen zu organisieren, sollen zur Entlastung der Wohnbereiche innerörtlich Parkplätze eingerichtet werden. Diese sind mit entsprechender Ladeinfrastruktur auszustatten.

Die Ladeinfrastruktur in Hungen ist konsequent weiter auszubauen, um den Umstieg auf klimafreundliche Mobilität aktiv zu unterstützen. Gerade an stark frequentierten Orten – wie etwa an der Schäferstadt-Halle – sollen ausreichend Möglichkeiten für AC-Ladestationen (bis 22 kW) geschaffen werden, damit alltagstaugliches und komfortables Laden für Bürgerinnen und Bürger sowie Besucher:innen selbstverständlich wird.

Damit Kommunen diese Aufgaben zuverlässig erfüllen können, brauchen sie eine faire Finanzierung, Planungssicherheit und klare Unterstützung von Land und Bund. So schaffen wir eine Mobilität, die das Klima schützt, die Lebensqualität erhöht und allen Menschen echte Teilhabe ermöglicht – in Hungen und seinen Ortsteilen.


Im Jahr 2009 wurde auf Initiative der Fraktion der Hunger GRÜNEN ein Energiebeirat eingerichtet. Die Hauptaufgabe dieses Gremiums ist es, sämtliche Potenziale für eine nachhaltige Energieerzeugung im Stadtgebiet systematisch zu identifizieren und nutzbar zu machen. Damit wurde ein bedeutender Beitrag zur aktiven Umsetzung der Energiewende auf kommunaler Ebene geleistet.

Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Klimaschutz wurde Ende 2017 vollzogen: Seit diesem Zeitpunkt zählt Hungen offiziell zu den Klima-Kommunen in Hessen. Mit dieser Auszeichnung geht die Verpflichtung einher, den Energiebedarf der Stadt sowie die Emissionen von Treibhausgasen systematisch zu reduzieren. Unser übergeordnetes Ziel ist es, bis zum Jahr 2045 Klimaneutralität zu erreichen und damit einen nachhaltigen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels auf kommunaler Ebene zu leisten.

Bei der Planung neuer Quartiere in Hungen legen wir besonderes Augenmerk auf flexible Nutzungsmöglichkeiten und eine Infrastruktur, die den Prinzipien der Nachhaltigkeit folgt. Diese Infrastruktur soll nicht nur den aktuellen Anforderungen gerecht werden, sondern auch zukünftige Entwicklungen berücksichtigen. Darüber hinaus ist es wichtig, innovative Ansätze für die Energiegewinnung und -speicherung zu fördern. Dies erhöht die Versorgungssicherheit, reduziert den ökologischen Fußabdruck und stärkt Hungen als modernen, zukunftsorientierten Standort für Gewerbe und Wohnen.

Um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen, ist die aktive Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger unverzichtbar. Daher sollen regelmäßig Informationsveranstaltungen und Workshops angeboten werden, die über aktuelle Entwicklungen, Fördermöglichkeiten und konkrete Maßnahmen für mehr Klimaschutz vor Ort informieren. Zusätzlich unterstützen wir die Gründung von Energiegenossenschaften, die es den Menschen in Hungen ermöglichen, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen und direkt von den Vorteilen einer dezentralen Energieerzeugung zu profitieren.

Wir Hungener GRÜNEN setzen uns kontinuierlich für den weiteren Ausbau regenerativer Energiequellen im Stadtgebiet ein. Dabei nutzen wir sämtliche vorhandenen Potenziale, um die Versorgung mit erneuerbaren Energien zu maximieren und die Stadt auf einen nachhaltigen Kurs zu bringen. Grundlage für dieses Engagement bildet das in den Jahren 2012 und 2016 beschlossene Klimaschutzkonzept der Stadt Hungen, dessen konsequente Umsetzung ein zentrales Anliegen ist. Nachhaltigkeit und CO₂-Neutralität dienen dabei als maßgebliche Kriterien zur Bewertung und Auswahl technologischer Optionen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Steigerung der Energieeffizienz und der Reduzierung des Energieverbrauchs. In diesem Zusammenhang setzen wir uns dafür ein, die bereits erarbeiteten Teil-Klimaschutzkonzepte – für städtische Liegenschaften und die Wasserversorgung – regelmäßig zu überprüfen und fortzuschreiben.

Ein zentraler Bestandteil unserer Klimaschutzstrategie ist die gezielte Stärkung der Stadt Hungen. Dazu gehört insbesondere die Installation weiterer Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Liegenschaften. Unser Ziel ist es, sämtliche geeigneten Dachflächen dieser Gebäude mit Solaranlagen auszustatten. Durch die Nutzung des erzeugten Eigenstroms können die Betriebskosten – beispielsweise des Schwimmbads – spürbar gesenkt werden.

Mit Blick auf zukünftige Entwicklungen soll auch der Einsatz neuer Energieträger, insbesondere Wasserstoff, in Hungen vorangetrieben werden. Die Integration von Wasserstofftechnologien eröffnet zusätzliche Möglichkeiten für eine nachhaltige und innovative Energieversorgung in unserer Stadt und den ansässigen Unternehmen.

Der bestehende Solarpark mit seiner jährlichen Stromproduktion von rund drei Millionen Kilowattstunden wird im Jahr 2029 aus der Förderung fallen. Für die Zeit danach eröffnen sich neue Möglichkeiten zur Nutzung und Weiterentwicklung der Anlage. Insbesondere kann eine gegenseitige Ergänzung und Nutzung zwischen dem Solarpark und angrenzenden Flächen erfolgen. Ziel zukünftiger Planungen muss es sein, eine möglichst weitgehend dezentrale Versorgung des angrenzenden Gewerbegebiets Süd mit sauber erzeugtem Strom und Wärme aus der bestehenden Anlage sicherzustellen. Durch diese Konzepte kann eine nachhaltige und effiziente Energieversorgung für das Gewerbegebiet realisiert werden, die den Anforderungen einer modernen, klimafreundlichen und sicheren Infrastruktur entspricht.

Die kommunale Wärmeplanung, die bis Mitte 2028 abgeschlossen sein muss, spielt eine zentrale Rolle im Rahmen der Klimaschutzstrategie der Stadt Hungen. Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger dabei zu unterstützen, ihre Heizsysteme zukunftsfähig und effizient zu modernisieren. Durch eine vorausschauende und systematische Planung erhalten die Einwohnerinnen und Einwohner eine verlässliche Grundlage, um ihre individuellen Modernisierungsvorhaben gezielt vorzubereiten. Gleichzeitig trägt die kommunale Wärmeplanung dazu bei, sie vor stark schwankenden oder steigenden Heizkosten zu schützen und leistet einen wichtigen Beitrag zur sozialen Absicherung und zur Erreichung der Klimaziele.


Um den Bürgerinnen und Bürgern in Hungen einen zeitgemäßen, schnellen und komfortablen Zugang zu Verwaltungsdienstleistungen zu ermöglichen, soll für jede gemeldete Person ein digitales Postfach eingerichtet werden. Dieses digitale Postfach bietet die Möglichkeit, wichtige Mitteilungen der Stadtverwaltung direkt und sicher online zu empfangen und zu verwalten. Damit wird ein weiterer Schritt in Richtung Digitalisierung der Verwaltung vollzogen und der Service für die Einwohnerinnen und Einwohner maßgeblich verbessert. Die Einführung des digitalen Postfachs trägt dazu bei, Verwaltungsprozesse effizienter und transparenter zu gestalten. Gleichzeitig fördert sie die barrierefreie Kommunikation zwischen Stadtverwaltung und Bevölkerung und unterstützt das Ziel, Hungen als moderne und bürgernahe Kommune weiterzuentwickeln.

Besonders im Bereich der Verwaltung und der Stadtwerke sollen moderne Technologien dafür sorgen, dass Prozesse effizienter, transparenter und sicherer gestaltet werden. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau digitaler Überwachungssysteme, die eine Fernüberwachung ermöglichen. Dazu zählen die Kontrolle städtischer Liegenschaften, die Überwachung des Trinkwassernetzes der Stadtwerke sowie die Steuerung der Raumheizung in Dorfgemeinschaftshäusern. Auch die Hochbehälter zur Wasserversorgung, die Messung von Pegelständen der Fließgewässer bei Starkregen sowie die Erfassung von Temperaturen in Hitzeperioden sollen durch digitale Lösungen optimiert werden.

Um eine bedarfsgerechte Nutzung der städtischen Liegenschaften zu gewährleisten, ist die regelmäßige Pflege und Aktualisierung der Belegungspläne unerlässlich. Die bereits etablierten und gut funktionierenden digitalen Dienstleistungen des Bürgerbüros bieten den Bürgerinnen und Bürgern einen schnellen und komfortablen Zugang zu Verwaltungsleistungen. Diese Services sollen weiter ausgebaut und verbessert werden.

Auch die technischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Digitalisierung nehmen wir in den Fokus. Das bereits gut ausgebaute Breitbandnetz in Hungen bildet die Basis für viele digitale Anwendungen und soll weiter optimiert werden. Gleichzeitig besteht Handlungsbedarf beim Mobilfunknetz, insbesondere in den südöstlichen Stadtteilen, um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Schließlich sollen sämtliche Dorfgemeinschaftshäuser mit WLAN ausgestattet werden, sodass sowohl Veranstaltungen als auch die tägliche Nutzung bestmöglich unterstützt werden.


Wir Hungener GRÜNEN unterstützen Aktivitäten zur Stärkung des Einzelhandels und zur Reduzierung von Leerständen in der Hungener Innenstadt. Wir gehen davon aus, dass in Zukunft Einkäufe im Internet die Versorgung vor Ort ergänzen werden. Eine entsprechende Bereitstellung von Glasfaseranschlüssen ermöglicht es Einzelhändler:innen, beide Marktplätze zu bedienen. Wir unterstützen entsprechende Ausbaupläne.

In den Ortsteilen unterstützen wir das Modell „Dorfladen“ zur Sicherstellung der Nahversorgung – gerne auf der Basis von Genossenschaftsmodellen. Vorbild ist hier das erfolgreiche Konzept des Dorfladens Villingen. Darüber hinaus gilt es, mobile Nahversorger zu unterstützen. Größere Lebensmittel- oder Baumärkte unterstützen wir bei der Einrichtung von Ladestationen zur Steigerung ihrer Attraktivität.


Zusammen mit den Naturschutzverbänden und dem überregionalen Internetangebot[1] soll die Stadt einen Katalog von Naturbeobachtungspunkten und Sehenswürdigkeiten erstellen. Für den Wildniswald ist ein touristisches Vermarktungskonzept zu erarbeiten. Die Randlage zum Rhein-Main-Gebiet und die Bahnverbindungen bieten hierfür interessante Optionen. Angebote wie die Schäferwagen-Herberge in Nonnenroth, das Limeszentrum, die Käsescheune oder das zweijährliche Schäferfest sind weitere Attraktionen.

Darüber hinaus setzen wir Hungener GRÜNEN uns für den weiteren Ausbau des Radwegenetzes ein. Mit dem Residenzenweg, Teilstücken des Lutherwegs, dem Atlantik-Ardennen-Böhmerwald-Weg sowie dem Limes-Wander- und Radweg ist Hungen überregional sichtbar. Der Startpunkt des Vulkan-Express zum Hoherodskopf in den Sommermonaten soll weiterhin garantiert werden.

Wir Hungener GRÜNEN wollen das hohe touristische Potenzial Hungens aktiv, sinnvoll und nachhaltig weiterentwickeln. Dazu gehört auch die Einrichtung eines weiteren Wohnmobilstellplatzes im Seegebiet Inheiden/Trais-Horloff.

[1] https://www.westlicher-vogelsberg.de/


Wir Hungener GRÜNEN möchten sicherstellen, dass im Vorfeld wichtiger Entscheidungen in der Großgemeinde alle Interessierten frühzeitig informiert werden. Dazu gehört, vor Aufstellungsbeschlüssen für Wohn- oder Gewerbegebiete oder anderen größeren Infrastrukturmaßnahmen in der Großgemeinde zu Bürgerversammlungen einzuladen. Darüber hinaus soll jährlich eine Bürgerversammlung stattfinden, in der über aktuelle Planungen informiert und diskutiert wird.

Der Haushaltsplan soll jährlich in Kurzform veröffentlicht werden. Geeignete Software-Werkzeuge sind bereits vorhanden. Die Veröffentlichung soll auf der Internetseite der Stadt erfolgen. Entscheidungen mit weitreichenden Folgen für die Bürgerinnen und Bürger sind frühzeitig sichtbar zu machen – gerade in einer hoch verschuldeten Stadt wie Hungen.

Wir Hungener GRÜNEN unterstützen die Beteiligung und Selbstorganisation von Menschen mit besonderen Bedarfen, wie zum Beispiel Kindern und Jugendlichen, älteren Menschen, Menschen mit Behinderungen oder Personen aus anderen Kulturkreisen. Niemand soll sich ausgeschlossen fühlen. Eine sachbezogene Meinungsbildung soll der Entstehung von Randgruppen vorbeugen.


Die Aktiven der Hungener Feuerwehren leisten ehrenamtlich einen unverzichtbaren Einsatz für die Sicherheit und den Schutz der Bevölkerung. Wir Hungener GRÜNEN unterstützen daher ausdrücklich das wichtige Anliegen der Wehren nach einer guten Ausstattung mit Fahrzeugen und Gerätehäusern. Zudem sehen wir eine besondere Fürsorgepflicht der Stadt für die dort aktiven Einsatzkräfte.

Die Hungener Feuerwehren decken mit ihrem Engagement die Gefahrenbereiche Brand- und Katastrophenschutz ab. Sie sind bei schweren Unfällen zur Stelle und sorgen oft auch für den reibungslosen Verlauf von Großveranstaltungen. Zur Erfüllung dieser Anforderungen ist der Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Feuerwehren der Großgemeinde stetig anzupassen.

Die Ortsteilfeuerwehren sind für die Einhaltung der Hilfsfristen, schnelle Vor-Ort-Einsätze sowie als Unterstützungskräfte bei größeren Einsätzen und Naturkatastrophen unverzichtbar. Zur Sicherstellung der Tageseinsatzfähigkeit sowie zum optimalen Einsatz von Fahrzeugen und Geräten sollte zwischen den Feuerwehren eines Schutzbereichs verstärkt kooperiert werden. Dies beinhaltet auch die Möglichkeit des Zusammenlegens von Feuerwehren in Hungen – selbstverständlich im Dialog und in enger Abstimmung mit den Aktiven vor Ort.

Der Neubau zentraler Gerätehäuser ist gegenüber der Erneuerung und Modernisierung bestehender Standorte mit hohem Investitionsbedarf kritisch abzuwägen. Zukünftige Fahrzeugbeschaffungen müssen sich an der Größe des Gebäudebestandes orientieren.

Für den Zivilschutz ist die Ausstattung der Hungener Feuerwehren sowie der Stadtwerke mit weiteren Stromgeneratoren zu prüfen. Hier sind alle Fördermöglichkeiten von Bund und Land zu nutzen.


Wir Hungener GRÜNEN begrüßen ausdrücklich die enge Kooperation der Stadt Hungen mit den zuständigen Polizeibehörden zum Schutz der Bevölkerung. Ebenso unterstützen wir die wichtige Arbeit der Hungener Ordnungspolizei und sprechen uns für eine gute Ausstattung der Mitarbeitenden zur eigenen Sicherheit aus.

Zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger sowie zur Vermeidung von Vandalismus befürworten wir die Installation von Überwachungskameras an den Verkehrsstationen der Deutschen Bahn in Hungen, Trais-Horloff und zukünftig Inheiden.


Wie in vielen Städten und Gemeinden decken die laufenden Einnahmen aus Steuern, Gebühren und Zuweisungen nicht mehr die laufenden Ausgaben des städtischen Haushalts. Ein großer Teil der Investitionsmittel der Stadt Hungen muss daher über die Aufnahme neuer Kredite finanziert werden.

Dadurch haben sich in den letzten 15 Jahren die städtischen Verbindlichkeiten deutlich erhöht. Der Schuldenstand der Stadt Hungen wird inklusive der Verbindlichkeiten der Stadtwerke Hungen bis Ende 2026 voraussichtlich rund 53 Millionen Euro betragen. Verursacht wurde dies im Wesentlichen in Folge der unzureichenden Finanzausstattung durch Bund und Land. So muss die Stadt Hungen aktuell für den Betrieb der Kindertagesstätten in der Großgemeinde rund sechs Millionen Euro aus eigenen Mitteln finanzieren. Hinzu kommt, dass die Stadt seit der Abschaffung der Straßenbeiträge im Jahr 2020 die Investitionen zur Erneuerung der Gemeindestraßen selbst finanzieren muss.

Um den Druck von einer weiteren Erhöhung der wichtigen städtische Einnahmen wie Grund- und Gewerbesteuer zu nehmen, setzen wir Hungener GRÜNEN uns für folgende Maßnahmen zur Entlastung der städtischen Finanzen ein:

  • Schaffung guter Bedingungen für Firmengründungen, Firmenerweiterungen und die Ansiedlung neuer Unternehmen zur Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen.
  • Kritische Prüfung des Umfangs von Erneuerungs- und Modernisierungsmaßnahmen an städtischen Liegenschaften (Bürgerhäuser, Dorfgemeinschaftshäuser usw.).
  • Verstärkte Kooperation der Feuerwehren in der Großgemeinde.
  • Kritische Prüfung von Maßnahmen im Rahmen des Stadtumbaus.
  • Weitere Digitalisierung der städtischen Dienstleistungen und Arbeitsprozesse, auch in Kooperation mit Nachbargemeinden.
  • Weitere Qualifizierung der städtischen Mitarbeitenden.
  • Einsparung von Kosten durch Reduzierung der Intensität der Mahd auf öffentlichen Grünflächen sowie insbesondere der Intensität von Grabenräumungen in den Außenbereichen.
  • Prüfung der Möglichkeit zur Einführung der Grundsteuer C (Steuer auf unbebaute, aber baureife Grundstücke).
  • Veräußerung von Liegenschaften, die nicht mehr für städtische Aufgaben genutzt werden, gegebenenfalls durch Übertragung an nutzende Vereine.
  • Erhöhung städtischer Erträge durch Investitionen in erneuerbare Energien, zum Beispiel durch Beteiligungen an Wind- oder Solarparks und durch Energiegewinnung zur Reduzierung von Betriebskosten (z. B. Schwimmbad).

Auf Antrag der Hungener GRÜNEN wurden in der vergangenen Legislaturperiode 176 Hektar defizitärer Stadtwald in die Schutzgebietsfläche des Waldwildnisgebietes eingebracht. Durch die dauerhafte Herausnahme der Nutzung erhielt die Stadt von der Naturschutzbund Deutschland Stiftung einen finanziellen Ausgleich in Höhe von 4,3 Millionen Euro. Diese Mittel reduzierten entsprechend die Nettokreditaufnahme der Stadt in den Jahren 2023 und 2024.